Ihre Fragen auf den Punkt gebracht – hier finden Sie Antworten.

1. Was bedeutet die neue Arbeitgeber-Zuschusspflicht?

Spart Ihr Arbeit­geber aufgrund der Entgelt­um­wandlung Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge, ist er seit 2019 bei neuen Verein­ba­rungen für eine Entgelt­um­wandlung verpflichtet, einen Zuschuss zu der Versorgung zu zahlen. Für bestehende Entgelt­um­wand­lungen gilt diese Pflicht spätestens ab 01.01.2022. Ihre Entgelt­um­wandlung wird durch den verpflich­tenden Arbeit­ge­ber­zu­schuss zukünftig also noch attrak­tiver.

2. Hat die Entgelt­um­wandlung auch Neben­wir­kungen in der Sozial­ver­si­cherung?

Wenn Sie Bruttolohn in Versor­gungslohn umwandeln, werden für die umgewan­delten Gehalts­teile keine Beiträge zur Sozial­ver­si­cherung (SV) einbe­halten. Deswegen hat die Beitrags­er­sparnis gering­fügige Leistungs­min­de­rungen bei der gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung, dem Arbeits­lo­sengeld und dem Krankengeld zur Folge. Der Vorteil der Beitrags­er­sparnis und der zusätzlich aufge­bauten Betriebs­rente überwiegt jedoch deutlich diesen Nachteil.

3. Sind Leistungen aus einer Direkt­ver­si­cherung zu versteuern?

Leistungen aus einer Direkt­ver­si­cherung sind in voller Höhe zu versteuern (vgl. § 22 Nr. 5 EStG). Der zugrunde gelegte Steuersatz ist in der Renten­phase aber zumeist niedriger als im aktiven Erwerbs­leben.

4. Sind Leistungen aus einer Direkt­ver­si­cherung in der Kranken­ver­si­cherung zu verbei­tragen?

Gesetzlich kranken­ver­si­cherte Rentner müssen Betriebs­renten in der Kranken- und Pflege­ver­si­cherung verbei­tragen. Für pflicht­ver­si­cherte Rentner gilt ein Freibetrag (Kranken­ver­si­cherung) bzw. eine Freigrenze (Pflege­ver­si­cherung) in Höhe von 1/20 der Bezugs­größe nach § 18 SGB IV. (Für im Jahr 2021 gezahlte Renten sind dies 164,50 Euro monatlich.) Privat Kranken­ver­si­cherte sind von dieser Regelung nicht betroffen.

5. Was passiert, wenn ich mir die Entgelt­um­wandlung nicht mehr leisten kann?

Es besteht die Möglichkeit, die Beitrags­zahlung zu verringern oder einzu­stellen. Die Beiträge und Leistungen werden der neuen Situation angepasst.

6. Welche Möglich­keiten bestehen für mich bei langer Krankheit oder Elternzeit?

Sie können sich den Versi­che­rungs­schutz in voller Höhe erhalten, indem Sie die Beiträge aus privaten Mitteln weiter­zahlen. Sie haben aber auch die Option, die Beitrags­zahlung für diesen Zeitraum zu reduzieren oder auch ganz einzu­stellen. Die Leistungen aus der Versi­cherung werden dann neu berechnet. Unter bestimmten Voraus­set­zungen können Sie den Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt wieder­auf­leben lassen.

7. Was passiert, wenn ich aus der Firma ausscheide?

Als versi­cherte Person haben Sie von Beginn an einen unwider­ruf­lichen Anspruch auf die versi­cherten Leistungen. Auch bei Ausscheiden bleiben Ihnen die Versor­gungs­an­sprüche gemäß der verein­barten Versor­gungs­zusage erhalten. Sie haben einen Rechts­an­spruch, den Vertrag bzw. das angesam­melte Vermögen bei einem Arbeit­ge­ber­wechsel auf den neuen Arbeit­geber zu übertragen. Alter­nativ können Sie den Vertrag auch privat (beitragsfrei oder ‑pflichtig) weiter­führen.

8. Welche Konse­quenz hat eine Insolvenz meines Unter­nehmens, wenn ich dann ausscheide?

Ihre Versorgung bleibt davon unberührt. Durch das unwider­ruf­liche Bezugs­recht können die Versor­gungs­an­sprüche nicht in die Insol­venz­masse fallen. Sie können Ihren Vertrag bei einem neuen Arbeit­geber oder privat (beitragsfrei oder ‑pflichtig) fortführen.

9. Kann ich die Versorgung bei einem Arbeit­ge­ber­wechsel zum neuen Arbeit­geber mitnehmen?

Sie haben einen Rechts­an­spruch auf Übertragung Ihrer Versorgung auf den Versor­gungs­träger Ihres neuen Arbeit­gebers (§ 4 BetrAVG). Des Weiteren besteht im Einver­nehmen mit Ihrem alten und neuen Arbeit­geber die Möglichkeit, den vorhan­denen Vertrag beim neuen Arbeit­geber fortzu­führen.

10. Was geschieht mit meiner Versorgung, wenn ich arbeitslos werde?

Ihre Versor­gungs­an­sprüche bleiben Ihnen gemäß Versor­gungs­zusage erhalten. Da Anwart­schaften aus der betrieb­lichen Alters­ver­sorgung von Beginn an unver­fallbar sind, werden diese grund­sätzlich nicht auf das Arbeits­lo­sengeld II (Hartz IV) angerechnet.

11. Muss ich bis zum vertraglich verein­barten End-Alter bezahlen oder kann ich die Versor­gungs­leistung früher in Anspruch nehmen?

Grund­sätzlich werden die versi­cherten Leistungen aus dem Vertrag zum verein­barten Renten­beginn ausge­zahlt. Sie können die Rente aus der betrieb­lichen Alters­ver­sorgung vorzeitig abrufen, wenn Sie Leistungen aus der gesetz­lichen Renten­ver­si­cherung beziehen (z. B. vollständige Alters­rente frühestens mit dem 62. Lebensjahr). Bei einem vorzei­tigen Abruf verringern sich die Leistungen aus der betrieb­lichen Alters­vor­sorge. Bei Bedarf kann der vertraglich verein­barte Renten­beginn auch zeitlich nach hinten geschoben werden. Weitere Einzel­heiten ergeben sich in diesem Falle aus den jewei­ligen Versi­che­rungs­be­din­gungen.

12. Wer kann Leistungen im Todesfall erhalten?

Sofern bei Ihrem Tod Leistungen fällig werden, sind in der genannten Reihen­folge wider­ruflich begünstigt:
a) Ihr Ehegatte bzw. Ihr Lebens­partner in einer einge­tra­genen Lebens­part­ner­schaft; falls dieser nicht vorhanden ist,
b) Ihre kinder­geld­be­rech­tigten Kinder bis zu einem bestimmten Höchst­alter; falls Sie auch keine
kinder­geld­be­rech­tigten Kinder haben,
c) Ihr namentlich benannter Lebens­ge­fährte bzw. Lebens­partner einer nicht einge­tra­genen Lebens­part­ner­schaft
(eheähn­liche Lebens­ge­mein­schaft).

Falls keine der vorste­henden Angehö­rigen vorhanden sind, beschränkt sich die Leistung auf ein Sterbegeld von maximal 8.000 EUR. Die Leistung wird an die Person ausge­zahlt, die schriftlich von der versi­cherten Person benannt wurde. Sofern niemand benannt wurde, erfolgt die Auszahlung an die gesetz­lichen Erben der versi­cherten Person.

13. Wird die Rente aus meiner Entgelt­um­wandlung auf die staat­liche Grund­si­cherung angerechnet?

Sollten Sie im Renten­alter auf staat­liche Grund­si­cherung angewiesen sein, dürfen Sie die Rente aus Ihrer Entgelt­um­wandlung bis zu einem Freibetrag von 223 EUR monatlich behalten. Damit lohnt sich der Aufbau einer zusätz­lichen betrieb­lichen Alters­ver­sorgung auf jeden Fall auch für Angestellte mit geringem Einkommen.

Diese Bewertung entspricht der aktuellen Rechtslage (Stand: Januar 2021). Wir können keine Haftung für eine etwaige zukünftige Rechts­ent­wicklung übernehmen.